Natalie Pawlik besucht Integrationsprojekt
Modellprojekt „work2speak“ verbindet Deutschlernen mit betrieblicher Praxis
Sprache durch Teilhabe – das ist die Idee hinter „work2speak“.
Das Modellprojekt gibt Geflüchteten die Möglichkeit, parallel zum Deutschlernen im Integrationskurs erste praktische Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt zu sammeln. Wie das in der Praxis funktioniert, sah sich Staatsministerin Natalie Pawlik, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, am Freitag, 2. Oktober, vor Ort in Frankfurt an. Am Projektbesuch nahmen auch Bildungsdezernentin Sylvia Weber sowie Julia von Westerholt vom Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) teil.
Das Modellprojekt läuft seit Mai 2026 an den Standorten Frankfurt am Main, Bremen und Ammerland. In Frankfurt nehmen derzeit sieben Deutschlernende an „work2speak“ teil. Drei von ihnen absolvieren bereits eine Praxisphase. Für weitere Teilnehmende wird derzeit der Einstieg in eine passende Praxisstelle vorbereitet.
„‚work2speak' zeigt, wie Integration in den Arbeitsmarkt ganz praktisch gelingen kann: Die Teilnehmenden lernen Deutsch nicht nur im Integrationskurs, sondern wenden ihre Sprachkenntnisse von Anfang an direkt im Arbeitsalltag an. Gleichzeitig lernen Unternehmen potenzielle Mitarbeitende frühzeitig kennen und können sie gezielt einarbeiten. So werden Sprache, Qualifizierung und Arbeit sinnvoll miteinander verbunden und es entstehen echte Chancen für beide Seiten“, sagte Staatsministerin Pawlik bei ihrem Besuch.
Zwei Praxisstationen standen auf dem Programm. Zunächst ging es ins Bildungs- und Kulturzentrum (BiKuZ) Höchst, wo Borys Volkov aus der Ukraine im Rahmen von „work2speak“ praktische Erfahrungen bei dem Unternehmen „SPIE Efficient Facilities“ sammelt. Lüftung checken, Heizung warten, mit der Aufsitzkehrmaschine den Hof reinigen – SPIE-Manager Stefan Lüttich freut sich über die Unterstützung des 23-Jährigen: „Herkunft spielt bei uns keine Rolle. Teamgeist dagegen schon, und davon hat Borys Volkov reichlich.“
Weitere Praxispartner in Frankfurt sind Immo Herbst Garten- und Landschaftsbau, Frankfurter Bäder, Kita Frankfurt sowie der SchubLaden von Faprik.
Zweite Station war das Kinderzentrum Meta-Gadesmann-Straße. Dort absolviert Inna Proskurniak aus der Ukraine derzeit ihre Praxisphase im Rahmen von „work2speak“. Die Integrationskursteilnehmerin ist ausgebildete Sprachwissenschaftlerin.
„Eine neue Sprache erlernt man nur durch Sprechen. Dazu bietet der Praktikumsalltag in einem Unternehmen oder einer gemeinwohlorientierten Einrichtung viele Gelegenheiten“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber. „Wichtig ist, dass in dem Programm ‚work2speak' beides zusammenkommt: der Einblick in die Praxis und die fachspezifische Sprachförderung. Die Teilnehmenden können mit neuen Kolleg:innen ins Gespräch kommen und sammeln gleichzeitig Erfahrungen in ihrem bevorzugten Arbeitsbereich. Besser geht es nicht.“
„Wir verstehen uns als Integrationsmotor der Stadt“, ergänzt Danijel Dejanovic, Direktor der VHS Frankfurt. „Auch deshalb sind wir gerne bei ‚work2speak' dabei – und freuen uns, schon jetzt damit bei vielen Firmen offene Türen eingerannt zu haben.“
Was ist „work2speak“?
„work2speak – Sprache durch Teilhabe“ ist ein Modellprojekt des Trägers Lichtgrenze Bremen. Es wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Beauftragten der Bundesregierung für Antirassismus gefördert und läuft vom 1. Mai bis 31. Dezember an den Standorten Frankfurt am Main, Bremen und Ammerland. Beteiligt sind die Volkshochschulen an den drei Standorten sowie weitere Praxis- und Kooperationspartner.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Sprachförderung und Arbeitsmarktintegration bereits während des Integrationskurses stärker miteinander verzahnt werden können. Teilnehmende sammeln parallel zum Spracherwerb praktische Erfahrungen in Betrieben oder gemeinwohlorientierten Einrichtungen und können ihre Deutschkenntnisse unmittelbar im Arbeitsalltag anwenden. Das Modellprojekt soll Erkenntnisse dazu liefern, unter welchen Bedingungen diese Verbindung gelingt und welche Ansätze sich auf bestehende Strukturen übertragen lassen.
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