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Schreibwettbewerb 2014

Montag, 16. März 2015
News Schreibwettbewerb 2014

Prämierte Texte „Frankfurt – Heimat oder Transit? Bleiben oder gehen?“

2014 baten wir um Geschichten oder Gedichte zum Thema Heimat und Transit. Wir fragten nach besonderen Orten, nach Menschen oder Ereignissen in Frankfurt, die für Sie Heimat bedeuten. Wir erhielten zahlreiche Zuschriften sowohl von Menschen, die in Frankfurt eine neue Heimat gefunden haben, als auch von jenen, die ihre Heimatstadt Frankfurt verlassen mussten. Und natürlich gab es Geschichten, die sich mit Kindheitserinnerungen und der tiefen Verwurzelung in einer Stadt befassten, in der man geboren, aufgewachsen und geblieben ist. Nur wenige Zuschriften nahmen das Thema des Transits auf.

Wir danken allen Autorinnen und Autoren für ihre sehr persönlichen und anschaulichen Texte!

Sie haben es uns nicht leicht gemacht. Alle Einreichungen wurden der Jury, ohne Namensnennung vorgelegt. Dies war insbesondere darum wichtig, da die Jury aus den vhs-Kursleitungen der
Schreibkurse bestand und sich erfreulich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den vhs-Kursen am Wettbewerb beteiligten.

Wichtigstes Auswahlkriterium der Jury war die Authentizität der Texte. Wir suchten Texte, die anrühren. Sprache die in Bildern malt. Worte, die zu Herzen gehen. Wir wollten Frankfurt als Ort für Heimat begreifen können. Menschen kennenlernen, die hier leben. Erfahren, wie sie leben, was sie denken und wie sie fühlen. Eben Heimat sichtbar machen.

Das ist in den sechs ausgewählten Texten beispielhaft gelungen!
Die Jury gratuliert den Preisträgerinnen und dem Preisträger,
Dr. Susanne Czuba-Konrad, Sonja Rudorf, Peter Schwindt, Renate Traxler und Miriam Claudi (für die VHS)

Die Gewinnertexte 2014 finden Sie hier (PDF) zum herunterladen.

1. bis 3. Platz 2014 (Begründung der Jury)

1. Ljiljana Tadic-Adzamic: Doppelte Bedeutung oder nur ein Wortspiel... vielleicht

In dem Gedicht, das eine offene, reimlose Form hat, wird bewusst mit Gegensätzen gearbeitet, indem eine Aussage sofort durch eine Gegenaussage konterkariert wird. Damit wird die Autorin in besonderer Weise der Themenstellung „Heimat oder Transit“ gerecht, denn Frankfurt ist für sie beides. Das bringt sie durch einen oszillierenden Stil zum Ausdruck, mit dem es ihr gelingt, das Sowohl-als-Auch zum Ausdruck zu bringen. Der Text wirkt dadurch authentisch und originell. Lilijana Tadic-Adzanic setzt die deutsche Sprache kreativ und treffsicher ein und vermittelt dem Leser ein Gefühl von Vielfalt und Freiheit.

2. Cordelia Rogge: Ohne Worte

Der Text, der ohne Umschweife berührt und der sich eindringlich mitteilt, fragt nach den persönlichen Wurzeln und nach den Bedingungen der eigenen Lebensgeschichte vor dem Hintergrund der Kindheitserfahrungen im zweiten Weltkrieg. Er beschreibt die Wortlosigkeit angesichts von Schrecken und Angst, die Suche nach der Heimat, der Familie, dem Selbst und nicht zuletzt nach dem Sinn des Lebens.

Schnörkellos und schlicht in der Sprache vermeidet die Autorin jedes Abgleiten in Sentimentalität und Selbstmitleid, obwohl sie keinen Zweifel an der Tragik und der Tragweite des Erzählten lässt.

3. Christine Ulbrich: Mengenlehre

Die Welt besteht aus Formen und Farben, Punkten und Linien. Sie kreuzen und überschneiden sich, schaffen Muster, die sich einander im Fluss der Zeit verändern.

Christine Ulbrich hat wunderbare, einprägsame bildhafte Metaphern für den Begriff der Heimat gefunden, der
normalerweise nur schwer greifbar ist. Doch anstatt Gerüche und Geräusche zu verwenden, die bei jedem andere Assoziationen auslösen, hat sie in einer fast lyrischen, aber nie überflüssigen Sprache Bilder gezeichnet, die jeder Mensch sofort versteht.

Selten hat die Mathematik einer Stadt so gezielt ins Herz getroffen. Eine Kurzgeschichte, so dicht wie ein Poem.