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Seit 1890 Volksbildung in Frankfurt a.M.

1950 bis 1960

Wirtschaftswunder und politisches Erwachen

Nach der ideologisierenden Bildungspolitik der Nazi-Zeit ist die Leitung des Frankfurter Bund für Volksbildung (FBfV) bestrebt, Impulse für einen Neubeginn zu setzen. Rückschläge müssen vorerst hingenommen werden; Themen wie Demokratie, Rechtsstaat und Krieg interessieren weniger als Schulwissen oder Lichtbildvorträge zu Natur oder Kunst.

Mit der Neugründung der „Volksbühne“ hat sich der FBfV eine erfolgreiche Abteilung geschaffen. Um auch für sein gesellschaftspolitisches Angebot mehr Breitenwirkung zu haben, schließt er sich mit Gewerkschaften in der Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Leben“ zusammen. Auf neue nationalistische Strömungen in der Bundesrepublik wird mit dem „Seminar für Politik“ reagiert.

Der weitsichtige FBfV gibt auch überregional den Ton an. 1951 wird Frankfurt Tagungsort von Erwachsenenbildnern aus der gesamten Bundesrepublik, die zum ersten deutschen Volksbildungstag kommen.

Die Zeit des Wirtschaftswunders bringt Arbeitnehmern künftig einen neuen Freizeitgewinn. Der FBfV reagiert darauf, expandiert in die Stadtteile und gründet 1956 die „Volkshochschule“.

1950 „60 Jahre Frankfurter Bund für Volksbildung“
Im Jubiläumsjahr gründen FBfV und DGB die örtliche Arbeitsgemeinschaft „Arbeit und Leben“. Ziel ist es, die berufsbildenden Kurse zu systematisieren und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zur Wahrnehmung ihrer Aufgaben in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu befähigen.
Dank der erfolgreichen und mitgliederstarken Besucherorganisation der FBfV-„Volksbühne“ holt Frankfurt Jean-Paul Sartre als Festredner in die Paulskirche und wird künftiger Tagungsort für den Verband der Volksbühne-Vereine. 
1951
Mit dem Anspruch, Jugendlichen ein politisches Bewusstsein einzuüben, wird nach dem Motto „Wir trinken Coca-Cola und reden über Josef Stalin“ das „Seminar für Politik“ eingerichtet.
1953
Wiedereinzug des FBfV in das wieder aufgebaute Volksbildungsheim und Gründung seines Tourneetheaters „Landesbühne Rhein-Main“ 
1956
Die „Volkshochschule“ (VHS) wird Abteilung des FBfV mit eigener Leitung.
1957
Die VHS beginnt ihre zielgruppenbezogene Arbeit mit Angeboten für Frauen, Ältere Bürgerinnen und Bürger sowie mit Kursen „Deutsch für Ausländer“.

„[...] Das Jahr eines Jubiläums bedeutet keinen Entwicklungseinschnitt. Die werden von anderen Faktoren als Jahrzehnten bestimmt. Das Leben geht weiter und erfordert täglich unseren Einsatz, den Glauben an eine Aufgabe, die Hoffnung an eine glückliche Zukunft, die selbstlose Liebe zu unserer Arbeit. Ihr zu dienen ist Verpflichtung, damit es im nächsten Jahrzehnt wieder vorwärts geht.“ 

Carl Tesch (Geschäftsführer des FBfV von 1946 – 1969) im Herbstlehrplan 1950 „60 Jahre Frankfurter Bund für Volksbildung. 1890 – 1950“