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Spuren - Die Opfer des NSU

News Spuren - Die Opfer des NSU

13. bis 15. Februar 2020 im Filmforum Höchst

Zwischen September 2000 und April 2007 wurden acht Männer mit türkischen Wurzeln, ein griechischstämmiger Mann sowie eine deutsche Polizistin ermordet. Die Ermittlungen wurden zunächst ausschließlich im Umfeld der nicht-deutschen Opfer mit Verdacht auf Drogenhandel und organisierte Kriminalität geführt.

Die Familien der Ermordeten wurden so ein weiteres Mal zu Opfern, diesmal von vorurteilsvoller Stigmatisierung. Nach einem gescheiterten Bankraub führte die Spur schließlich zu der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU). Nach dem Suizid der beiden Haupttäter begann 2013 der Prozess gegen die einzige Überlebende des NSU-Trios, Beate Zschäpe, sowie vier mutmaßliche Helfer und Unterstützer und endete 2018. Die zu milden Strafen für die Mitangeklagten und die zahlreichen ungeklärten Fragen ließen die Angehörigen der Opfer enttäuscht und desillusioniert zurück. Ihr Glaube an den Rechtsstaat ist grundlegend erschüttert.

SPUREN – das sind nicht nur die Hinweise, die Verbrecher am Tatort hinterlassen, sondern auch die Verletzungen und Narben, die ihre Taten bei den Angehörigen der Opfer, in den migrantischen Gemeinschaften und in der gesamten deutschen Gesellschaft verursachen. In ihrem Dokumentarfilm begibt sich die türkischstämmige Regisseurin Aysun Bademsoy auf die Suche nach diesen Spuren und stellt sich dabei die Frage, welcher Prozess diese Verletzungen überhaupt heilen könnte. SPUREN – DIE OPFER DES NSU beleuchtet das Scheitern von Ermittlern und Justiz – und gibt den Angehörigen der Opfer endlich eine Stimme.

SPUREN – DIE OPFER DES NSU
Ein Film von Aysun Bademsoy
DE 2019, 81 Minuten, deutsche OF
Eine Produktion der Ma.ja.de. Filmproduktion in Koproduktion mit ZDF und Arte
gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Medienboard Berlin-Brandenburg und dem Deutschen Filmförderfonds

Die Termine

Freitag, 13. Februar 2020, 18:30 Uhr (Kinostart)
Samstag, 14. Februar 2020, 20:30 Uhr. Zu Gast: Die Regisseurin Aysun Bademsoy und Samiye Şimşek, Tochter des ersten Opfers des NSU, Enver Şimşek
Sonntag, 15. Februar 2020, 18:30 Uhr

Weitere Informationen

Ein Interview mit Regisseurin Aysun Bademsoy und die Timeline zu den Verbrechen des NSU und zum NSU-Prozess sind in diesem Download nachlesbar.

Filmforum Höchst

Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Frankfurt Höchst, www.filmforum-höchst.de
 

Schule des Sehens: Filmforum Höchst

Das Kino der Frankfurter Volkshochschule in Frankfurt Höchst

Als kommunales Stadtteilkino in Trägerschaft der VHS Frankfurt präsentiert das Filmforum mit ca. 700 Vorführungen im Jahr den Film als Kunstwerk in seinen inhaltlichen, formalen, historischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Spiel- und Dokumentarfilme – darunter auch aktuelle Arthouse-Produktionen – werden in Programmblöcken oder Reihen in Beziehung zueinander gesetzt, um Vergleiche anzustellen und filmgeschichtliche Entwicklungen nachzuvollziehen.