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Die grauen Busse

Freitag, 23. Februar 2018
News Die grauen Busse

Norm und Normativität

Seit August 2017 steht inmitten der Frankfurter Innenstadt am Rathenauplatz ein 72,2 Tonnen schweres Denkmal: ein grauer Bus aus Beton. Seine störende und irritierende Wirkung ist durchaus beabsichtigt. Die Nationalsozialisten hatten mit solchen grau gestrichenen ehemaligen Postbussen geistig behinderte, psychisch kranke oder sozial missliebige Menschen in Tötungsanstalten befördert. Allein aus Frankfurt wurden mehr als 1000 Frauen, Männer und Kinder Opfer – ermordet 1941 in der Gaskammer der NS-„Euthanasie“-Anstalt Hadamar bei Limburg. Frankfurt ist die 20. Station des Mahnmals, das Anstöße zur historischen Aufarbeitung gesellschaftlicher Strömungen und Denkweisen geben möchte.

Im Fokus der von der Stadt Frankfurt initiierten Veranstaltungen steht die gesellschaftliche Debatte über Norm und Normalität, ein Thema, das auch in unserer gegenwärtigen Zeit von großer Relevanz ist. Das der Volkshochschule angeschlossene Filmforum Höchst beteiligt sich mit drei Filmbeiträgen.

5. März 2018, 18.30 Uhr: Der Pannwitzblick

Dokumentarfilm von Didi Danquart, D 1992, 90 Min.

„Der Pannwitzblick“ thematisiert die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung im Nationalsozialismus und heute.
Weitere Vorführung: 6. März 2018, 20.30 Uhr
Anschließend an die Vorführung am 6. März: Gespräch mit Dr. Siegmund Drexler, Medizinhistoriker, Gründungsmitglied Gedenkstätte Hadamar, Landesärztekammer Hessen.

5. März 2018, 20.30 Uhr: Benda Bilili! (OmU)

Dokumentarfilm von Renaud Barret, Florent de La Tullaye, Frankreich/DR Kongo 2010, 84 Min.

2005 trafen die Regisseure Renaud Barret und Florent de La Tullaye in den Straßen Kinshasas auf „Papa“ Ricky Likabu, Coco Ngambali und ihre polioversehrten Freunde und sahen bei den ersten Proben ihrer Band „Staff Benda Bilili“ zu.
Weitere Vorführung: 7. März 2018, 18.30 Uhr

6. März 2018, 18.30 Uhr: Nise: O coração da loucura – Das Herz des Wahnsinns (OmU)

Spielfilm von Roberto Berliner, Brasilien 2015, 120 Min.

Missachtet von ihren Kollegen übernimmt die Psychiaterin Nise da Silveira den unbeliebten und vernachlässigten Bereich der Beschäftigungstherapie, wo sie eine Revolution gezeichnet von Liebe, Kunst und Wahnsinn startet.
Weitere Vorführung: 7. März 2018, 20.30 Uhr

Ausführliche Filmbeschreibungen und Informationen finden sich unter www.filmforum-höchst.de
Weitere Informationen zur Veranstaltungsreihe gibt es unter www.die-grauen-busse-frankfurt.de

Filmforum Höchst
Emmerich-Josef-Straße 46a, 65929 Frankfurt Höchst

Der Eintritt kostet 7 Euro (mit Frankfurt-Pass 3,50 Euro).
Kartenreservierung unter Telefon 069 212-45714

Foto: © Gesundheitsamt Frankfurt am Main (Fotograf: Paul Claessen)